Sonntag, 8. November 2015

Jenseits von Stepford: Coco von Chanel

Als ich gestern einen kleinen Artikel in der Zeit online über den Londoner Nebel, der zuweilen sogar den Flugverkehr lahm legt, las, erinnerte ich mich plötzlich an ein Dufterlebnis, ja, eine Duftentdeckung, das bzw. die ich mit einer bestimmten Londonreise verbinde.


Collage: Horex Ballo


There must be another Chanel



Kurz nach den Weihnachtsfeiertagen stand ich vor vielen Jahren in einem Duty Free- Shop am Frankfurter Flughafen. Die Reise sollte über Silvester nach London gehen, mein damaliger Partner hatte uns vor lauter Flugangst eine äußerst unruhige Nacht beschert. Voller eigentlich freudiger Anspannung ob der anstehenden Tage in GBs Hauptstadt aber auch todmüde und somit in einem Ungleichgewicht zwischen Adrenalin und aufgedrehter Müdigkeit, entfloh ich dem zitternden Etwas neben mir kurrzeitig und spazierte in den Shop. Meine damaliger Lieblingsduft und der einzige, den ich trug war Chanel No5. Überfordert ob der vielen angebotenen Marken und Duftwässerchen steuerte ich das Chanel-Regal an, schließlich hatte ich schon immer mal gucken wollen, was es außer der magischen Fünf noch von Mademoiselle Chanels Hausmarke gäbe. Schwarz, eckig mit weiß-goldenem Logo strahlte mich Coco aus dem Regal an und ich erinnerte mich – ja, da gab es doch diesen Spot mit Vanessa Paradies im Vogelkäfig! Also rauf auf die Hand damit und uih, ein absolut anderes Kapitel als "le cinq".

Samstag, 31. Oktober 2015

A schöne Leich, happy haunting!

Bildrechte: http://der-schwarze-planet.de




Der Tod, das muss ein Wiener sein,
genau wie die Liab a Französin.
Denn wer bringt dich pünktlich zur Himmelstür,
da hat nur a Wiener das Gspür dafür.
Der Tod, das muss ein Wiener sein,
nur er trifft den richtigen Ton:
Geh Schatzerl, geh Katzerl, ja was sperrst dich denn ein.
Der Tod muss a Weaner sein.*


Mittwoch, 21. Oktober 2015

Alle guten Lederdinge sind drei

Dass ich schöne Düfte sehr liebe, ist bekannt. Meine besonders grosse Zuneigung gilt den Lederdüften. Und zwar nicht unbedingt den dunklen, kräftigen, herben Ledern, sondern den zarten, hellen, weichen Damenledern, maximal hellbraun.

Credit:Louise


Von diesen möchte ich Euch heute meine drei Favoriten vorstellen: 

- Cuir de Lancôme (Lancôme)
- Smart (Andrea Maack)
- White Suede (Tom Ford)

Credit: Louise


Cuir de Lancôme

Dieses ist von den drei genannten Ledern für meine Nase das dunkelste unter ihnen, aber auch das eleganteste. Wer den Film "White Mischief" (zu Deutsch: "Die letzten Tage von Kenya") kennt mit der wunderbaren Greta Scacchi in der Rolle der Lady Diana Broughton, hat hier schon meine Hauptassoziation vorliegend.

Soft, elegant, distinguiert, so stellt sich Cuir de Lancôme vor, ich sehe ein hochelegante, goldblonde 40er-Jahre-Lady, sorgfältig im Look ihrer Zeit geschminkt und gestylt, wie sie lasziv ihre butterweichen, cognacbraunen Handschuhe abstreift. 
Das Flair ist erotisch, dekadent und doch von grosser Noblesse. Das Leder zeigt sich schnurrend weich und bekommt zum Ende einen deutlichen Stich ins Animalische, während es sich gleichzeitig stark auf die Haut zurückzieht. 

Sehr erotisch und stilvoll! Dass laut Duftpyramide gar kein Leder enthalten sein soll, trübt diesen Eindruck nicht im Geringsten.

Credit: Louise

Dienstag, 20. Oktober 2015

No vanity is displayed






If I make the lashes dark 
And the eyes more bright 
And the lips more scarlet, 
Or ask if all be right 
From mirror after mirror, 
No vanity's displayed: 
I'm looking for the face I had 
Before the world was made. 

(From William Butler Yeats "Before the world was made")

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Florabotanica: Poison Ivy im verwunschenen Garten

Die Frage nach den "verführerischsten" oder "verruchtesten" Düften füllt ganze Foren des www. Dabei fallen häufig Qualität, Originalität und Nachhaltigkeit unter den Tisch. Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang nicht die Haltbarkeit eines Duftes auf der Haut der Trägerin oder des Trägers, sondern ob ein Parfum mit verschiedenen Facetten punktet und seine Besitzer- und das potentielle Gegenüber- auf längere Sicht olfaktorisch zu fesseln vermag. Die Schauspielerin Carole Bouquet, lange Jahre das Testimonial für Chanel No 5, erklärte einmal schwärmerisch und exemplarisch in einem Interview in den 1990er Jahren für den TV Sender "Arte", dass sie bei Chanel No 5 immer wieder neue Facetten entdecke. Auch mir gefallen Düfte auf längere Sicht besser, die nicht sofort und endgültig ihre ganze "Geschichte" preis geben. Florabotanica von Balenciaga ist ein solcher Duft.


Credit: Kangourette

Samstag, 26. September 2015

Die Gratwanderung: schön und hässlich

Zugegeben, ein Beitrag wie der letzte ist ungewöhnlich für Kangourette, hat sich dieser Blog doch eigentlich den schönen Dingen, der Freude und "Leichtigkeit" verschrieben. Doch können wir das immer umsetzen? Können wir (intelligent!) den Fokus auf Schönes richten, wenn wir das Hässliche ausgrenzen indem wir wegschauen? 



Um Missverständnisse zu vermeiden: Das Hässliche, eine visuelle Form des "dark tourism" (passender "dark voyeurism"), soll an dieser Stelle keineswegs mit der Lust am Leid anderer gleichgesetzt werden.