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Freitag, 28. April 2017

Mein erster Oud


Mit Oud stand ich bis dato eher auf Kriegsfuß, zu schwer, zu "gewollt" und durchdringend. 

Da ich das aktuelle süße Einerlei aus dem Bereich der Mainstream - Düfte jedoch über und zudem gelesen habe, dass Parfumeur Francis Kurkdjian armenische Wurzeln hat, lag es nach meiner Armenien - Reise auf der Hand, sich die Düfte seines eigenen Labels (https://www.franciskurkdjian.com/) einmal genauer unter die Nase zu nehmen. 


Credit: Kangourette


In der (sehr empfehlenswerten) Parfumerie Albrecht* also flink die “positive” Aufgeschlossenheit Kurkdjian gegenüber genutzt und links Oud Satin Mood, rechts Oud Silk Mood auf das Handgelenk gesprüht. Zu Beginn begeisterte mich das herbere Oud Silk Mood weitaus mehr, denn gourmandige Noten hatte ich ja eigentlich meiden wollen. Daher Oud Satin Mood zunächst weniger Beachtung geschenkt, doch der Mann an meiner Seite griff sich immer häufiger die linke Hand und pries den köstlichen sinnlich rosigen Duft darauf. 


Donnerstag, 8. Oktober 2015

Florabotanica: Poison Ivy im verwunschenen Garten

Die Frage nach den "verführerischsten" oder "verruchtesten" Düften füllt ganze Foren des www. Dabei fallen häufig Qualität, Originalität und Nachhaltigkeit unter den Tisch. Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang nicht die Haltbarkeit eines Duftes auf der Haut der Trägerin oder des Trägers, sondern ob ein Parfum mit verschiedenen Facetten punktet und seine Besitzer- und das potentielle Gegenüber- auf längere Sicht olfaktorisch zu fesseln vermag. Die Schauspielerin Carole Bouquet, lange Jahre das Testimonial für Chanel No 5, erklärte einmal schwärmerisch und exemplarisch in einem Interview in den 1990er Jahren für den TV Sender "Arte", dass sie bei Chanel No 5 immer wieder neue Facetten entdecke. Auch mir gefallen Düfte auf längere Sicht besser, die nicht sofort und endgültig ihre ganze "Geschichte" preis geben. Florabotanica von Balenciaga ist ein solcher Duft.


Credit: Kangourette

Donnerstag, 12. Februar 2015

Battle of Roses

Meine Liebe zu den schönen Düften ist ungebrochen, mein Geschmack in dieser Hinsicht auch eher vielseitig, und doch gibt es so manche Duftrichtungen, mit denen ich mich schwertue. Seltsamerweise gehörte bis vor Kurzem dazu auch die eher sehr beliebte Rose.

Meine Assoziationen bei Rosendüften ging zumeist in die Richtung: getrocknete Rosenduftmischung auf der Gästetoilette. Oder: braver Begleiter für brave, gar altjüngferliche Damen. Oder: braver Begleiter für schüchterne junge Mädchen unter 18 Jahren. Oder auch das: träge Schwulstigkeit, wenn die Rose dunkler und süsser verarbeitet wurde.

Doch ich bin ja aufgeschlossen und testete mit der Zeit auch den einen oder anderen Rosenduft -- um festzustellen, dass es jenseits der o.g. Assoziationen so einige herrliche Kreationen gibt, die mittlerweile auch in meine Sammlung einziehen durften. 

Mein Erweckungserlebnis hatte ich mit Serge Lutens -- La Fille de Berlin

Credit: Louise


Mittwoch, 19. Juni 2013

"Paris", eine rosige Hommage

“A woman in love is always in Paris”, soll Designer Yves Saint Laurent seiner damaligen Marketing Direktorin Chantal Roos die Namenswahl seines nächsten Parfums erklärt haben. „Paris“ sollte eine Hommage an die von Yves Saint Laurent so sehr geliebte französische Hauptstadt – und die Pariserinnen, die er einkleidete – werden. Laurent wählte für den neuen Duft einen pink-rosigen Signatur-Farbton, der bereits auf die Rose als Symbol der Weiblichkeit und Liebe hinwies. Rosendüfte waren zu Beginn der achtziger Jahr nicht sehr populär, heißt es in „Perfume Legends“ von Michael Edwards, was für die damals junge russischstämmige Parfumeurin Sophia Grojsman eine um so größere Herausforderung darstellte. „I love all flowers, but I think the rose ist the most appropriate note for a perfume”, so Grojsman, die sich später mit weiteren rosenlastigen Kreationen einen Namen in der Parfumwelt machte.


In der neusten Kampagne wirbt Anja Rubik für den romantischen Klassiker "Paris"
Via: http://fashiongonerogue.com

Inspiration soll für Grojsman der Klassiker „Apres L´Ondee“ von Guerlain gewesen sein, wobei sie betonte, dass ihr ein jüngerer und vor allem erheblich rosigerer  Duft vorschwebte. Gesagt, getan- wer Rosendüfte generell nicht mag, wird mit „Paris“ von YSL schwer Freundschaft schließen. Dennoch ist „Paris“ alles andere als monofloral. Beim spritzig-floralen Auftakt von „Paris“ kann meine Nase zitrische Noten und Mimose identifizieren. Witzigerweise erinnere ich mich noch, dass mir bei meiner ersten Begegnung mit „Paris“ in der Gästetoilette von Freunden, deren kleine Kinder ich sittete während die Eltern ausgingen, der Duft zitrisch und rosig erschien. Auf  meiner Haut beruhigt sich die Kopfnote bald und es wird pudrig-rosig-rund. Es ist, als würde ich meine Nase in einem üppigen rosaroten Rosenbouquet versenken, das neben einem Strauß Veilchen platziert ist. Denn der pudrige Akkord, den ich zunächst den Rosen zuschrieb, verdankt „Paris“ seiner Veilchennote. Das Sandelholz und der Moschus in der Basis „murmeln“ für meine Nase auf meiner Haut recht leise und sanft und mindern mit ihrem holzig-sinnlichen Charakter den blumigen Charakter des Duftes keineswegs. Es scheint, die Basis dient der Intensität und Haftfähigkeit der Rosen - oder erdet die Trägerin von „Paris“, die sonst drohen könnte, mit ihrem Duft zu verblühen - wer weiß?

 
Züchtiger, aber mit der gleichen Symbolik warb Lucie de la Falaise 1991 für "Paris"
Via: www.boisdejasmin.com 
„Paris“ wurde, so bewanderte Parfumistas, zu seinem Nachteil reformuliert. Für mich ist die aktuelle Version jedoch noch „Paris“ genug, um Erinnerungen zu wecken und den Wunsch, diesen Duft wieder einmal im Repertoire zu haben, aufkommen zu lassen.


Weitaus "luftiger" ging´s in der Kampagne 2002 mit Anna Eirikh, Magnus Berger und Thomas Crown zu.*
Via: http://yslrivegauche.blogspot.co.nz/2005/08/2002-ad-campaign-for-paris-features.html

Ich habe mir übrigens mein Babysittergehalt bei den erwähnten Bekannten damals in Form des "Paris"-Flakons abgelten lassen. Den ganzen Abend über hatte ich, nachdem die „lieben Kleinen“ im Bett waren, mit der Nase an meinem Unterarm geklebt, wo ich „Paris“ aufgetragen hatte. Der Duft war für mich das Edelste und Kostbarste, was ich je gerochen hatte. Der geschliffene Flakon ein Kleinod, das ich unentwegt berühren wollte. Der Flakon enthielt ca. 75ml Eau de Toilette und nachdem ich noch zur Schule ging, wofür ich mich nicht parfumierte und Paris nur für besondere Gelegenheiten oder zum Ausgehen verwendete, hatte ich ihn schätzungsweise sicher zwei Jahre im Gebrauch. Es mag dem romantischen Charakter von „Paris“ widersprechen, dass es mich nicht nur zu Familienfesten, sondern auch in Diskos, Clubs und zu Lagerfeuer-Sessions mit Bier und Gitarren begleitete. Doch welcher Duft könnte eine junge verträumte  Frau besser als das ultraweibliche „Paris“ auf der Entdeckungsreise  zu sich selbst begleiten?

Danke Sophia!

Mögt Ihr „Paris“?
Bussi
Eure Kangourette


* Ich habe gelesen und gesehen, dass die Anzeige in den USA insofern zensiert wurde, als die Brust des Models im linken Bild vom Mantel bedeckt ist. Leider finde ich das Bild im Netz auch nach intensivster Recherche nicht....

Freitag, 10. Juni 2011

Kleine Rosenkunde!

Rosenduft zieht Kangourette magisch an. Da sich im Zuge meiner Suche nach schönen Rosendüften einige angesammelt haben, möchte ich Euch endlich mal ein paar davon vorstellen!

Von Links im Uhrzeigersinn:

Paris Yves Saint Laurent Edt.: ein großer Klassiker aus dem Jahr 1983 von einer der erfolgreichsten weiblichen Parfumeurinnen (nämlich Sophia Grojsman), startet mit einer gut gelaunten fruchtig-blumigen Kopfnote (Bergamotte und Mimose?), die in der Herznote auf Rosen, Rosen, Rosen und Veilchen treffen und auf meiner Haut nach ca. einer Stunde auf Sandelholz und Moschus gebettet werden. Sehr weiblich, pudrig, romantisch und feminin!


Freitag, 6. Mai 2011

Why not Weichspüler- oder weshalb ich Chloé von Chloé mag!

Zuerst zitiere ich mich mal ganz unbescheiden selbst: „Schade um den schönen Flakon...ich finde den Duft zwar nicht unangenehm, aber er ist mir, sorry, etwas zu "beliebig"(…).“ Das war 2008 mein allererstes Urteil über den neu lancierten Duft Chloé von Chloé. Wie einige andere bemängelte ich außerdem, dass dieser Jungspund unter den Düften den gleichen Namen wie die von mir geschätzte Tuberosen-lastige klassische große Schwester trägt (im Netz oft als Chloé Vintage betitelt). Das ist echt marketingtechnisch daneben und so war ich schon mal grundsätzlich skeptisch.