Donnerstag, 21. März 2019

Frühling

Credit: Louise

Aus dem Steine dringt das Leben, 
aus dem rissigen Gemäuer
Blume, Blatt und Baum.
Fruchtbar noch im Unfruchtbaren,
saugt das Leben, 
stark und heiter, 
gross und hell sich
mühelos ins Licht hinein.

- Carl Peter Fröhlich -

Ich wünsche Euch einen schwerelosen Frühlingsanfang!

Grüsslis, Eure Louise


Donnerstag, 14. Februar 2019

Picknick am Valentinstag

Noch einmal Kino - davon kann ich ja nie genug bekommen (ich sag´nur Berlinale, hach!). Der Valentinstag ist mir zwar herzlich egal, doch hat er mich vergangenes Jahr an einen Film erinnert, den ich lange nicht gesehen hatte: Picknick am Valentinstag (Originaltitel `Picnic at Hanging Rock´) von Peter Weir aus dem Jahr 1975. Noch immer erzeugt dieser Film trotz seiner Längen an manchen Stellen, ein eigenartiges Schaudern bei mir.




Vergangenes Jahr erschien übrigens eine Neuverfilmung des Stoffes in Serienform*, die meines Wissens bisher jedoch nur zahlungspflichtigen Streaming-Sendern zu sehen war. Für dieses Remake würde ich nicht extra zahlen, denn anders als in der Musikwelt, in der mich einige Coverversionen sehr begeistern, sind die Remakes erfolgreicher Filme, die ich bisher gesehen habe, nicht sehr überzeugend. Vielleicht hat mich auch einfach die Aussicht, Nathalie Dormer auf der Leinwand in dieser "glossier" und "zeitgeisty"** - Version zu sehen, abgeschreckt. 

Einen schönen Valentinstag
Eure Kangourette


* https://www.imdb.com/title/tt6038954/
** https://www.theguardian.com/tv-and-radio/2018/feb/14/picnic-at-hanging-rock-first-look-full-throttle-reboot-of-an-australian-classic wobei mich sowohl die Begriffe "glossier" und "zeitgeisty"


Dienstag, 12. Februar 2019

Նռան գույնը - und die Musik der Bücher

Der in unseren Breitengraden eher wenig bekannte surrealistische Film "Die Farbe des Granatapfels" (1969) (originaltitel "Նռան գույնը" bzw. "Nran Guyne") von Sergei Paradschanow erzählt vom Leben des armenischen Musikers und Dichters Sayat Nova im 18 Jahrhundert. Novas Leben von der Kindheit bis zum Tod, wird in eindrucksvollen manchmal "liebevoll ironisch(en)"* ein andermal "fieberartigen"** Tableaus begleitet, die von rituellen frühchristlichen Bräuchen, den schwierigen Lebensumständen und Sayat Novas Liebe zur Tochter Königs Erekle II handeln. Sprache kommt in "Die Farbe des Granatapfels" vorrangig in Zwischentiteln zum Einsatz, was die Intensität der Bilder untermalt. 

Die Liebe Sayat Novas zu Büchern und ihrer "Musik", hat Regisseur Sergei Paradschanow in dieser Szene wirkungsvoll umgesetzt:






Obwohl der Film zeitweise in der ehemaligen Sowjetunion verboten war, zählt er "inzwischen zu den bemerkenswertesten Beispielen des jüngeren sowjetischen Films."*** Auch einflussreiche Kollegen zollten der Arbeit Sergei Paradschanows Respekt, Jean-Luc Godard über Paradschanow:„Im Tempel des Films gibt es Bilder, Licht und Realität. Sergej Paradschanow war der Meister dieses Tempels." Der italienische Filmregisseur und Autor Michelangelo Antonioni schwärmte:" 'Die Farbe des Grantapfels' von Paradschanow ist nach meiner Auffassung einer der besten zeitgenössischen Filme, der mit Perfektion und Schönheit beeindruckt."****


Fazit: Unbedingt ansehen, wenn man bereit ist, sich rund 70 Minuten auf üppige sowohl vertraut als auch fremdartig wirkende Bilder einzulassen!

Bussis
Eure Kangourette


*https://www.trigon-film.org/de/shop/DVD/Die_Farbe_des_Granatapfels_-_Sayat_Nova
**http://www.filmzentrale.com/rezis/farbedesgranatapfelsche.htm
***https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Farbe_des_Granatapfels
****https://www.irinakurtishvili.com/homage-sergei-parajanov

Dienstag, 5. Februar 2019

Not the end







Für meine Mutter, die heute am 05.02. Geburtstag hätte.
 
Eure Kangourette


Freitag, 25. Januar 2019

Die Madame Sans-Gêne im Parfumregal


Der Januar ist für mich ja von allen Monaten das, was der Montag unter allen Wochentagen ist, nämlich schlichtweg unerhört.

Man ist verkatert, in vielerlei Hinsicht gesättigt und es fühlt sich irgendwie schwer an, in den Alltag zurück zu kehren. Hinzu kommt das zu 85% grässliche, trübe Wetter in unseren Breitengraden, wodurch sich das morgendliche Aufstehen und Aktivitäten an der frischen Luft (sic!) ab und an recht mühsam gestalten.


Credit: Kangourette

Aber nun genug gejammert und Blick sowie Nase auf einen Billigheimer im Duftregal gerichtet, den auch das nach Weihnachten geschröpfte Portemonnaie verkraftet: Coco Mademoiselle von Cha..., ups, nein, ich meinte doch Suddenly Madame Glamour von der Discounterkette Lidl.

Von den einen als „hervorragendes Dupe“ zu Chanels Erfolgsduft Coco Mademoiselle gefeiert, von den anderen als „synthetische Suppe“ abgestraft, ist Suddenly Madame Glamour hier mal einen näheren Blick und Riecher wert. Dabei fokussiere ich hauptsächlich auf den Lidl Duft und nicht auf einen Vergleich zu Coco Mademoiselle, der jedoch unweigerlich stets um die Ecke blinzelt.

Donnerstag, 6. Dezember 2018

Schaufenster der Woche No. 33 -- Tante Emma lebt

Die Gattung Tante-Emma-Laden war ja mal vom Aussterben akut bedroht. Wie es insgesamt darum nun steht, kann ich nicht sicher sagen, jedoch: in Hamburg gibt es noch den einen oder anderen Laden dieser Art (der kein "Späti" ist, welcher imho eine moderne, nachtaktive und neu erblühende Form des Tante-Emma-Ladens darstellt).



Credit: Louise


Obst und Gemüse Regina Akzu jedenfalls entzückt mich im Vorbeigehen immer. Es hat etwas gedauert, dass ich hier mal das pure, hübsche "Vintage"-Schaufenster knipsen konnte, da vor dem Fenster meistens Kaffeekunden auf der Bank sitzen und ein Päuschen machen. Dies sind häufig Strassenfeger, Müllwerker, Postboten, Rentner und Flaneure des nahegelegenen Parks, welche sich hier unter der verblichenen Markise einen kleinen Nachbarschaftsplausch geben.

Credit: Louise

Von der Grundschule gegenüber schwärmen die Schüler in den Laden aus, um sich mit Naschwerk zu versorgen, und, nicht zu vergessen, die zahlreichen Muttis mit oder ohne Kinderwagen/Kinderbegleitung, die hier tatsächlich Obst & Gemüse einkaufen (und um Kaugummi o.ä. von ihren Kindern angequengelt werden).